Tips zur Vorbereitung


Was sollten Sie zu einer sachlich- persönlichen Vorbereitung tun?

1.Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit suchen mit Anwalt, Fahrlehrer, Arzt, Suchtberatung, Fahrerlaubnisbehörde und mit der Begutachtungsstelle. Sie setzen Ihre eigenen Akzente aber lassen sich auch etwas sagen. Zusammenarbeit bringt mehr als Einzelkampf.

2.Schätzen Sie Ihren Zeitrahmen für eine rechtliche und psychologische Beratung bzw. Suchtberatung, Behandlung und Rehabilitation realistisch ein.

3.Die Trunkenheitsfahrt: Sie beschreiben schriftlich oder auf Band sprechend genauestens den Tathergang. Sie benennen die äußeren Bedingungen. Wo passierte der Unfall? Wer war dabei? Welches Fahrzeug, Strecke, Tempo, Wetterbedingungen usw. Sie beschreiben auch Ihre inneren Bedingungen (gefühle, Stimmungen, Konflikte, Vorgeschichte, Gewohnheiten, körperliche Befindlichkeiten, Trinkverlauf,Problematisieren oder nicht Problematisieren des Impulses noch Auto zu fahren. Im laufe der Zeit werden Sie Ihre Aufzeichnungen immer klarer und genauer.

4.Phasen des Umganges mit Alkohol: Welche zeitlichen Etappen und Situationsunterschiede können Sie seit Ihrer ersten Trinkerfahrung unterscheiden?

5.Trinkprotokoll: Sie halten schriftlich exakt fest, was Sie heute wann trinken: Tageszeit, Art des Getränkes, Trinkanlass, Situation. Diese Übung dient der Selbstkontrolle und der Erinnerung. Ihre schriftlichen Aufzeichnungen können Sie zur MPU mitbringen.

6.Früher und heute: Hier beschreiben Sie Ihre Lebensumstände und Ihre sozialen Beziehungen von früher und heute.

7.Kontrolliertes Trinken bzw. Abstinenz: Sie beschreiben zuerst, wie Sie dazu kamen immer mehr zu trinken. Dann, wie Sie Versuche machten (auch Rückschläge ), Ihr Trinkverhalten in den Griff zu bekommen. Wie haben Sie erreicht weniger zu trinken, viel es Ihnen leicht oder schwer? Wie geht es Ihnen heute, was ist anders geworden? Wie zufrieden sind Sie?

8.Vertrauensdialog: Sprechen Sie mit einem Menschen Ihres Vertrauens, den Sie schon länger kennen und der Sie gut kennt. Thema ist Ihr früheres Trinkverhalten. Was fiel den anderen auf? Wie hat er Sie erlebt? Was hat sich geändert? Was hat sich nicht geändert?

9.Sozialkontakte: Überprüfen Sie Ihre Sozialkontakte. Wer ist Ihnen nicht mehr so wichtig? Wer ist Ihnen im Gegensatz heute wichtiger? Haben Sie zu wenig kontakte? Wer ist Ihr bester Freund? Wo bekommen Sie Unterstützung, Rat, Verständnis, Beistand und menschliche Wärme? Können Sie anderen so etwas geben?

10.Andere Süchte: Überprüfen Sie Ihre Anfälligkeit für andere Süchte (Medikamente, Rauchen, Glücksspiele, Beziehungssucht, Sexualität, Arbeit).Was zog Sie Immer schon an? Was ist anders, seit Sie nicht mehr oder nicht mehr soviel Alkohol trinken?

11.Gesundheit, Ernährung, Arbeit und Freizeit: Wie sind Ihre Ernährungsgewohnheiten? Wie gesund sind Sie? Haben Sie Ruhe für Essen und Trinken? Arbeiten Sie zuviel? Zu wenig? Können Sie Abschalten? Wie genießen Sie es?

12.Fragendialog- oder Fragentrommelfeuer: Gehen Sie alle möglichen Fragen mit Ihren Freund oder Partner, Ihren Psychologen, Suchtberater oder Rechtsanwalt wie in einem Kreuzverhör durch. So bekommen Sie einen Vorgeschmack auf die Inhalte und Sie bemerken selbst Mängel und Lücken.


Standartfragen


Was und wie viel trinken Sie durchschnittlich in der Woche?

Was trinken Sie bei besonderen Anlässen?

Was trinken Sie nach Feierabend oder am Wochenende?

Was hat Ihr Trinkverhalten mit Ihnen persönlich zu tun?

Was sind die Höchstmengen Alkohol gewesen?

Was sagte Ihr Partner dazu?

Hat es Zeiten gegeben wo Sie noch mehr Alkohol getrunken haben?

Hat Ihnen der Arzt schon mal verboten Alkohol?

Wenn Sie angeben , derzeit nichts mehr zu trinken:

Wie lehnen Sie Alkohol ab?

Ist es Ihnen schwergefallen, keinen Alkohol mehr zu trinken?

Was hat sie zum Verzicht bewogen?

Haben Sie Probleme mit Alkohol oder haben Sie welche gehabt?

Sind Sie Alkohol gefährdet oder waren Sie es?

Was war positiv am Alkohol?

Waren Sie an Alkohol gewöhnt?

Weshalb haben Sie früher Alkohol getrunken?

Was hat Ihnen wie geschmeckt?

Haben Sie häufiger Trinkpausen eingelegt?

Hatten Sie am Arbeitsplatz schon Probleme mit Alkohol?

Wenn Sie angeben in Zukunft nichts mehr trinken zu wollen:

Warum wollen Sie nichts mehr trinken?

Wie lange wollen Sie nichts mehr trinken?

Wie wollen Sie das schaffen?

Wollen Sie sich in einer Suchtberatungsstelle helfen lassen?

Waren Sie bei einen Psychologen? Was wurde da besprochen?

Weitere Fragen betreffen Angaben in Alkoholfragebögen. Zudem werden Sie noch zu Beruf, privater Situation, Hobbys und Zukunftsplänen befragt (=Sozialanamnese )und zu Krankheiten (=Krankheitsanamnese).

Kritisch sind alle Trinkmengenangaben. Hier sollte es weder Widersprüche noch Bagatellisierungen geben. Kritisch sind alle Formen von Halbwahrheiten und Lügen.

Kritisch ist es, wie Sie Trinkpausen darstellen. Wollen Sie damit etwas beweisen? Sie können Ihr Trinkverhalten so darstellen , wie es wirklich gewesen ist. So zeigen Sie, wie gut Sie über sich nachgedacht und krisenhafte Ereignisse sowie Suchtverhalten verarbeitet haben.